Artensterben, Klimakrise, Umweltverschmutzung: Wir müssen jetzt Maßnahmen ergreifen, damit die Erde ein lebenswerter Ort bleibt. In der Gesellschaft ist es dabei entscheidend, dass die Menschen um die Probleme der Erde wissen und entsprechend handeln. Ein gesundes Bewusstsein für die Umwelt und die Natur kann bzw. sollte sich schon in der Kindheit entwickeln. Hier erzähle ich, was in meiner Kindheit und Jugend mein Interesse für die Umwelt geweckt hat und was ich beim Umgang mit Kindern für wichtig halte.
Es gibt Menschen, die beim Wandern oder anderen Aktivitäten im Freien nie ihren Müll in der Natur hinterlassen und alles wieder einpacken. Und dann gibt es diejenigen, die kein Problem damit haben, ihren Abfall auf Wiesen oder in den Wald zu schmeißen. Doch warum ist es so, dass sich viele Leute nicht sonderlich um die Natur und um die Umwelt kümmern? Zu welcher Gruppe Menschen gehören, dürfte zu einem Großteil davon abhängen, welche Rolle Natur und Umwelt in ihrer Kindheit spielten und welche Vorbilder und Negativbeispiele sie hatten. Dass ich mich zu erster Gruppe zähle, hat mehrere Gründe, auf die ich zurückblicken möchte.
Die Anfänge
Nicht lange, nachdem ich lesen und schreiben gelernt habe, habe ich mein erstes „Buch“ geschrieben mit dem Titel „Viele Tiere“. Ich malte fünf verschiedene Tiere und schrieb etwas über sie – ich nehme an, es waren Fakten, die mich am meisten überrascht oder fasziniert hatten. Was meine Quelle(n) waren, weiß ich leider nicht mehr. 😉
Was mich jetzt – viele Jahre später – erstaunt, dass ich bei drei der fünf Tiere einen Fakt spannend fand, welcher ein Problem nennt, das vom Menschen verursacht wird. Warum, kann ich heute nicht mehr sagen. Dennoch zeigt mein „Buch“, dass ich schon im jungen Alter negative Einflüsse des Menschen auf die Tiere kannte.
Umweltbildung in der Schule
Einen großen Einfluss auf mein Interesse für die Umwelt hatte die Schule, denn in verschiedenen Klassenstufen und Fächern war sie immer wieder Thema. Schon in der Grundschule haben wir ein Herbarium mit Blättern von heimischen Bäumen gemacht und ich habe ein Referat über Wildschweine erarbeitet. Auch im Kunstunterricht haben wir oft zum Thema Natur gemalt. In einem Jahr habe ich aus Zeitschriften-Bildern die Kollage „Das Schicksal der Erde liegt in der Hand des Menschen“ zusammengestellt, die für sich selbst spricht.

Im Sozialkunde-Unterricht haben wir in einem Jahr ein politisches Rollenspiel gemacht. Ich war die Umweltministerin – weil ich dies wollte – und habe Subventionen für die Bahn gefordert, damit Reisen mit der Bahn günstiger werden. In einer anderen Projektarbeit habe ich mich mit den Kohlesubventionen in Deutschland und ihren Auswirkungen auf den Ausstieg aus den fossilen Energien beschäftigt.

In einem anderen Fach haben wir eine Projektmappe zum Thema “Natur und Mensch” erstellt. Neben einer Kollage als Titelseite und Zitaten zum Thema Natur und weiteren Inhalten habe ich dort einen eigenen Text zum Thema Mensch und Natur geschrieben. Dort schreibe ich ausschließlich über den negativen Einfluss des Menschen auf die Erde. Der Text ist wohlgemerkt circa von 2004.
Mappe “Natur und Mensch” – Die Inhalte zeigen, dass ich es traurig finde, dass die Menschen die Natur zerstören.
Im Nachhinein ist der Text recht einseitig und teilweise nicht korrekt, jedoch zeigt er, wie mich die Ungerechtigkeit, dass sich Tiere, Pflanzen und die ganze Umwelt nicht gegen die Zerstörung durch den Menschen wehren können, beschäftigt hat. Obwohl der Text 20 Jahre alt ist, ist er heute leider immer noch aktuell. Die Klimakrise hat sich verschärft und der Zustand der Natur und ihrer Arten wird immer dramatischer. Nach wie vor wird viel zu wenig für den Natur- und Umweltschutz unternommen und wirtschaftliche oder politische Interessen überwiegen.
Von Vorbildern und Negativbeispielen
Die Familie und persönliche Erlebnisse hatten auch Einfluss auf mein Umweltbewusstsein. Als ich noch sehr klein war, wusch unsere Nachbarin ihr Auto vor der Haustür und kippte das Wasser inklusive Reinigungsmittel einfach in den Boden. Ich weiß noch, wie meine Mutter nicht froh war und ihr erklärt, dass man das nicht machen sollte. Bei Aufenthalten in der Natur haben wir früher sicher auch keinen Müll hinterlassen.
Auf der anderen Seite gab es auch Momente, in denen Personen aus der Familie die Bedeutung der Wirtschaft betont haben und dass der Naturschutz nicht über allem stehen kann. Dies hat mir sicher geholfen, eine ausgewogenere Sichtweise auf die Gesellschaft bzw. auf verschiedene Interessen zu erhalten. Es hat meine Faszination für die Umwelt aber nicht getrübt und mich nicht davon abgehalten, mich für die Umwelt einzusetzen und Biogeowissenschaften zu studieren.
Heutige Jugend
Es ist schön zu sehen, dass sich heute viele junge Menschen für Umweltthemen interessieren und sich politisch engagieren. Dennoch gibt es noch viele junge Leute, die beim Feiern in der Natur Müll hinterlassen und bei Wahlen oder Abstimmungen überraschend konservativ wählen.
Natürlich hat jedes Kind von sich aus unterschiedliche Interessen und nicht jedes Kind muss sich besonders für die Natur und Umwelt interessieren. Ich denke jedoch, dass die grundlegende Bedeutung von Umwelt und Natur an alle Kinder und Jugendlichen vermittelt werden sollte. In den Lehrplänen sind diese Themen bereits vorhanden und Lehrinhalte und -methoden werden verbessert and angepasst.
Nichtsdestotrotz haben wir alle eine Vorbildwirkung und ich kann nur an alle, die Kinder haben oder mit Kindern zu tun, appellieren, sich dessen bewusst zu sein. Schon mit einfachen Taten oder Worten ist es möglich, einen prägenden positiven Eindruck zu hinterlassen.





